Ressource Familie

Jeder weiß: die Familie und Verwandten kann man sich nicht aussuchen. Wir werden da hineingeboren, finden zu Ersatzfamilien und es gibt sie in allen Konstellationen. Die Familie kann sehr groß sein, ein ganzer Clan, sie kann aber auch sehr klein sein mit nur wenigen Mitgliedern. Die Familie unterstützt uns, sie oder Familienmitglieder können aber auch unser ärgster Feind sein.

Ich habe mittlerweile eine eigene Familie mit Mann und zwei Kindern, aber auch zwei Geschwister, zwei Elternteile und natürlich die Familie meines Mannes. Die Geschwister haben auch wieder eigene Familien, also bin ich auch Schwägerin und Tante. Und schon stellt sich die Frage, wen man persönlich zur eigenen Familie zählt und wer schon die weitere Verwandtschaft darstellt.

In dem Teil „Ressource Familie“ meines Blogs greife ich Themen auf, die im weitesten Sinne zum Themenkomplex Familie gehören. Wieso spreche ich von der Familie als Ressource? Dazu möchte ich einige Definitionen im folgenden aufgreifen und die Bedeutung der Familie als wichtige Ressource aufzeigen.

Was sind soziale Ressourcen?

Tatsächlich umfasst der Ressourcenbegriff nicht nur natürliche Ressourcen, also Wasser, Luft, Metalle, Holz und viele mehr. So verstehen wir Klassischerweise den Begriff Ressourcen. Es gibt auch persönliche Ressourcen (interne Ressourcen), wie z.B. die körperliche Konstitution, unser Glauben, unsere Motivation, unsere Fähigkeiten, Emotionen, oder auch soziale Ressourcen (externe Ressourcen).

„Soziale Ressourcen sind unsere Beziehungen zur Familie, zur weiteren Familie und zu Freunden, also unser soziales Netz und unsere soziale Unterstützung.“

Spektrum Lexikon 2021

Warum spreche ich also von der Familie als Ressource? Unsere sozialen Ressourcen spielen eine zentrale Rolle für unsere psychische Gesundheit und unser Wohlbefinden. Von besonderer Bedeutung sind dabei die sozialen Netze, die soziale Teilhabe und soziale Unterstützung.

Bin ich in eine Gemeinschaft integriert und beteilige mich aktiv daran, so nennt man das soziale Teilhabe. Das ist zunächst mal die Familie als Gemeinschaft mehrerer Personen, aber weitergehend auch der Freundeskreis, der Verein, die Band, der Kegelclub und weitere.

Das soziale Netz eines Menschen wiederum beschreibt die Struktur und Eigenschaften der Beziehungen zu anderen Personen. Wie eng fühle ich mich demjenigen verbunden, wie oft haben wir Kontakt, wie vertrauensvoll ist unser Verhältnis? Was sind meine Gefühle dem anderen gegenüber?

Die soziale Unterstützung wiederum ist eine Funktion des sozialen Netzes, bei der Hilfe zwischen den Mitgliedern vermittelt wird. Um hier ein paar Beispiele aus meinem Leben zu nennen: ich sorge als Mama für meine Kinder, meine Eltern helfen mir wiederum beim Babysitten, wir Geschwister helfen uns bei Umzügen oder ähnlichem.

Personen, die sozial gut vernetzt sind in einem ausgeglichenen Verhältnis von Geben und Nehmen, erfahren Hilfe in schwierigen Situationen. Das stärkt sie in allen Lebenslagen, bei Entscheidungen und macht sie glücklicher. Menschen mit starken sozialen Ressourcen leben länger und leider viel seltener an Depressionen.

Das wiederum bedeutet auch, dass Menschen mit schwachen sozialen Ressourcen stark unter Einsamkeit leider und damit psychisch und physisch häufiger erkranken.

Familie als wertvolle soziale Ressource

Die Familie ist im Kindesalter unsere wichtigste soziale Ressource. Mit zunehmendem Alter, gerade bei Jugendlichen, kommen mehr und mehr Freunde und Bekannte in sozialen Netzen wie Schule oder Hobbys hinzu. Je älter man wird, desto weniger werden unsere sozialen Kontakte und unser soziales Netz dünnt sich aus. Gerade bei älteren Menschen gewinnt die Familie aber wieder stark an Bedeutung, weil sich das soziale Netz verkleinert.

Was macht die Familie zu einer wertvollen Ressource für uns? Wie ich zu Beginn des Textes bereits erwähnte, kann man sich seine Familie und Verwandten nicht aussuchen. Dennoch haben die Familienmitglieder den stärksten Einfluss auf uns und unsere Entwicklung. Mit ihnen kann man in der Regel am besten streiten, aber auch die größte Liebe erleben. Die Familie ist im Idealfall immer für einen da und bestärkt einen in allen Lebenslagen. Mit ihr erleben wir die tiefste Verbundenheit und Solidarität. Natürlich können sich Familienmitglieder einander aber auch aufs ärgste bekriegen und einem den schlimmsten Schaden zufügen eben weil man sich so nahe steht bzw. abhängig von ihnen ist.

Dazu möchte ich auch noch die Definition von Familie kurz aufgreifen: eine Familie umfasst alle Eltern-Kind-Gemeinschaften und besteht aus zwei Generationen, die der Eltern/-teile und im Haushalt lebende, ledige Kinder. Das ist die Definition der „Kernfamilie“ des Statistischen Bundesamtes. Familie ist in der Realität längst nicht mehr das klassische Vater-Mutter-Kind-Modell, sondern ist genauso bunt wie unsere Gesellschaft. Genauso wenig ist es nicht mehr unbedingt die Norm, in einem Haushalt zum leben.

Die Familie bündelt verschiedene Funktionen: Zeugung (biologische Funktion) und Versorgung (wirtschaftliche Funktion) der Kinder, Vermittlung von Werten und Normen (soziale Funktion), Verortung in der Gesellschaft (politische Funktion) und viele mehr. Was sich dahinter verbirgt, sind wichtige Ressourcen für die Familienmitglieder, um gesund und glücklich zu sein.

Familienthemen

Die Themen rund um die Ressource Familie sind vielfältig und das möchte ich auch mit meinen Beiträgen auf meinem Blog widerspiegeln. Meine Kernfamilie ist mittlerweile diejenige die ich selber gegründet habe und hier beschäftigen mich vor allem Aspekte aus Schwangerschaft und Geburt, Vereinbarkeit von Beruf und Familie als Frau, aber auch das Familienleben in der Gesellschaft. Ich bin ein third culture kid (Drittkulturkind) und meine Erfahrungen daraus möchte ich ebenfalls hier aufgreifen, hier in meiner Rolle als Tochter.

Weiterlesen im Thema:

Definition soziale Ressourcen: https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/soziale-ressource/14531
Bundeszentrale für politische Bildung: Familie: Konzeption und Realität (https://www.bpb.de/izpb/8017/familie-konzeption-und-realitaet)
Broschüre „Soziale Ressourcen“ der Gesundheitsförderung der Schweiz: https://gesundheitsfoerderung.ch/assets/public/documents/de/5-grundlagen/publikationen/psychische-gesundheit/Broschuere_GFCH_2020-06_-_Soziale_Ressourcen.pdf