Ressourcenschutz

Schutzbedürftig sein – was heißt das? Der Duden erklärt dazu nur: „Schutz nötig haben“ und führt als Erklärung „schutzbedürftige Personengruppen“ an. Tatsächlich sollte man diesen Begriff aus meiner Sicht deutlich weiter fassen – es gibt durchaus mehr Dinge als bestimmte Personengruppen, die unseren Schutz benötigen und damit schutzbedürftig sind. Ich denke da an unsere Umwelt, die Natur, die uns zur Verfügung stehenden Ressourcen, egal ob persönliche oder natürliche Ressourcen.

Ich möchte auf meinem Blog dem Schutz unserer Ressourcen aus den verschiedensten Blickwinkeln begegnen. Als Geographin fällt mir zum Thema Ressourcenschutz natürlich zunächst der immense Verbrauch unserer endlichen Ressourcen und Rohstoffe ein:

„Die materiellen Ressourcen unseres Planeten Erde sind begrenzt. Ein wesentliches Problem besteht darin, dass natürlich jeder Mensch einen Anspruch auf einen Teil dieses „Kuchens“ erhebt und die Zahl derer steigt, die diesen Anspruch übertreiben.“

BUND 2015

Wir sind in unserer westlichen Welt auf Konsum und Wirtschaftswachstum getrimmt und tragen diese Philosophie in die Welt. Dieses Verhalten treibt, wie wir alle wissen, wirklich extreme Auswüchse. Ich denke da an jede Gurke, die einzeln in Plastik verpackt wird, Elektrogräte, die nicht repariert, sondern auf den Müll geschmissen werden, vielfache Modekollektionen, die im Jahr erscheinen und die damit sehr schnell „alt“ werdende Kollektion entsorgt wird, um nur einige Beispiele zu nennen.

Natürlich muss ich mich da an die eigene Nase fassen – ich konsumiere auch und zwar Kleidung, Auto, Nahrung, Hobbies, Haus, Garten, Spielsachen für die Kids und vieles mehr. Jetzt kommt es aber auf den entscheidenden Punkt an: übertreiben wir es mit diesem Konsum, wird das Ganze zum Problem und die dahinter stehenden Ressourcen schutzbedürftig. Man kann sich seinen Konsum aber bewusst machen und so handeln, dass der eigene Lebensstil und Konsum nicht über das Ziel hinausschießt und das soll hier in diesem Blog-Bereich ein Thema werden.

Neben dem eigenen Konsum betrifft das Thema Ressourcenschutz natürlich auch die Wirtschaft und Politik. Die ersten Treffer bei der Suche „Ressourcenschutz“ über die Suchmaschinen im Netz handeln immer von den riesigen Abfallmengen im Verpackungsbereich, die wir in Deutschland, aber auch weltweit so produzieren. Hier kommen Beiträge von Nicht-Regierungsorganisationen und Ministerien abwechselnd, die über den unbedingten Handlungsbedarf in diesem Themenfeld informieren.

Es sind aber auch Beiträge und Initiativen von großen Unternehmen zu finden, die sich engagieren und mit gutem Beispiel vorangehen. Das Thema Ressourcenschutz kommt also in der Politik und Wirtschaft an, nicht zuletzt durch Lieferengpässen bei Rohstoffen und Vorprodukten, die sich während der Corona-Pandemie zeigen und gezeigt haben. Durch meine berufliche Tätigkeit genau in diesem Bereich, möchte ich auch dazu ein paar Beiträge hier bringen.

Ein aus meiner Sicht ebenfalls sehr wichtiger Aspekt des Ressourcenschutzes ist es, die eigenen, persönlichen Ressourcen zu schützen. Wenn wir etwas schützen wollen, was machen wir dann? Wir packen es gut und sicher ein, wir stellen uns vor jemanden, um ihn zu schützen oder nehmen ihn in den Arm, wir entziehen uns der Gefahr oder begeben uns erst gar nicht hinein, wir warnen, appellieren, demonstrieren. Warum gelingt uns das eigentlich so wenig mit den eigenen Ressourcen? Warum versuchen wir immer uns selbst zu optimieren, auch wenn es über unsere Ressourcen hinausgeht?

Auch hier nehme ich mich leider nicht aus – warum mache ich mir immer so einen Stress, bis ich wieder Rückenschmerzen oder Kopfweh habe, heule, gestresst bin? Hier gibt es im Englischen wunderschöne und sehr treffende Begriffe, die man im deutschen gar nicht so kennt (warum wohl?): awareness, hardiness und self-care. Diese Aspekte des Ressourcenschutzes finde ich auch spannend und wichtig und möchte darüber meine Gedanken teilen.

Ressourcenschutz – aber richtig!

Es zeigt sich also wie facettenreich das Themenfeld Ressourcenschutz ist und ich komme ins Grübeln, wo man denn da nun anfangen soll aus dem Denken ins Handeln zu kommen? Klar, Ressourcenschutz ist eine Aufgabe für uns als Gesellschaft, für die Politik und die Wirtschaft. Es ist notwendig, dieses Thema sofort und auch richtig anzugehen:

„Ressourcenschutz bedeutet nicht nur den effizienteren oder sparsameren Umgang mit Rohstoffen und Energie mit dem Ziel, endliche Ressourcen zu schonen und deren Verfügbarkeit über einen längeren Zeitraum sicherzustellen. Ressourcenschutz bedeutet darüber hinaus auch, sekundäre
Folgeschäden zu berücksichtigen, die mit der Förderung und der Nutzung von Ressourcen verbunden sind. Ressourcenschutz bedeutet aber schließlich auch, Obergrenzen bei dem Verbrauch von Ressourcen und bei negativen Umweltauswirkungen wie der Konzentration an Treibhausgasen zu definieren und einzuhalten. Zerstörung der Umwelt, Schadstoffbelastung der Umweltmedien Wasser, Boden und Luft, aber auch der Verlust von Artenvielfalt sind Verluste wertvoller Ressourcen. Auch wenn Verluste von Umweltqualität und Biodiversität nicht unmittelbar in Geld auszudrücken sind und daher nicht in betriebs- und volkswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Berechnungen einbezogen werden, müssen sie Gegenstand des Ressourcenschutzes sein.“

BUND 2015

Es reicht bei weitem nicht nur Energie zu sparen und auf die CO2-Bilanz zu schauen, sondern es muss die ganze Bandbreite der Ressourcen betrachtet werden bei allen Schritten. Was bringt beispielsweise die sparsamste Papierverpackung, wenn dafür nicht Altpapier herangezogen wird, sondern Wälder dafür abgeholzt werden? Ein zentraler Punkt an dieser Stelle ist es aus meiner Sicht, dass Transparenz geschaffen werden muss für den Verbraucherinnen und Verbraucher, jede(r) kann hier seinen Beitrag leisten und jeder Beitrag hilft.

Dennoch erscheint es mir in dem Ausmaß erstmal als schier unlösbare Aufgabe, nicht zuletzt durch die globalen Lieferketten und Rohstoffquellen, politischen Regime und Profitgier. Tatsächlich sind das aber die extremsten Auswüchse des Ressourcenverbrauchs und auch die Undurchsichtigsten. Grundsätzlich würde ich in aller Kürze zusammenfassen: es hilft an dieser Stelle sicherlich bei sich selbst anzufangen und seinen Konsum zu hinterfragen, die Ressourcen die man selbst so verwendet.

Dazu mal ein paar beispielhafte Fragen: wo kaufe ich ein? Welche Produkte gibt es dort? Brauche ich dies oder jenes überhaupt? Kann ich etwas Gebraucht kaufen oder reparieren? Gibt es das auch lokal oder regional? Welches Obst und Gemüse esse ich zu welcher Jahreszeit am besten? Habe ich meinen eigenen Einkaufsbeutel dabei? Muss ich das wegwerfen oder kann jemand noch etwas damit anfangen? Wie oft esse ich Fleisch, Fisch oder vegetarisch? Ich habe als Ergänzung ein paar Links an diesen Artikel gehängt, um sofort einzusteigen unsere natürlichen Ressourcen zu schonen, wenn man an dieser Stelle aufgerüttelt wurde oder weitere Inspirationen möchte.

Um unsere persönlichen Ressourcen zu schützen, gibt es eine Reihe sogenannter „Gesundheitsressourcen“, die wir heranziehen können, um Belastungen zu bewältigen, unsere Gesundheit beizubehalten oder zu steigern. Als Beispiele können hier, ohne eine bestimmte Reihenfolge oder Hierarchie aufzustellen, familiärer Zusammenhalt, Glaube, Humor, positives Körper- und Selbstbild, beruflicher Erfolg, Geborgenheit usw. genannt werden.

Ich möchte in diesem einführenden Artikel nicht allzu tief in das Thema persönlicher „Ressourcenschutz“ einsteigen, aber abschließend kommen hier noch ein paar Gedanken, die ich mir dazu mache. Rund 27% der deutschen erwachsenen Bevölkerung sind von einer psychischen Erkrankung jedes Jahr betroffen, schreibt die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN) in ihrem diesjährigen Faktenblatt zu psychischen Erkrankungen. Klar, die Corona-Krise hat diesen steigenden Trend an psychischen Erkrankungen verstärkt, aber die Tendenz war davor auch schon steigend.

Zunächst möchte man meinen, dass steht im Kontrast zu den vielen Freizeit-, Wellness-, Gesundheits- und Sportangeboten, die es gibt um sich von der Arbeit und dem Alltag zu erholen. Aber ist das so erholsam all diese Angebote wahrzunehmen oder würde ein Spaziergang an der frischen Luft nicht auch schon ordentlich Stress rausnehmen? Wir sind so gut vernetzt wie nie zuvor dank Social Media und doch fühlen sich viele alleine. Wir leben im Überfluss, werden damit aber nicht glücklich. Dies sind nur ein paar Aspekte, die mir dazu einfallen und über die ich in dem Blog-Bereich auch schreibe.

Weiterlesen im Thema

Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland e.V. (2015): Hintergrundpapier „Ressourcenschutz ist mehr als Rohstoffeffizienz – Materialien als Handreichung für Mitglieder und andere Interessenten“; https://www.bund.net/fileadmin user_upload_bund/publikationen/ressourcen_und_technik/ressourcen_ressourcenschutz_hintergrund.pdf (8.12.2021)
DGPPN e.V. (2021): Faktenblatt „Basisdaten Psychische Erkrankungen“; https://www.dgppn.de/_Resources/Persistent/17452fbcf559a53a36e71334cde8d18e8d6793fa/20210727_Factsheet_Kennzahlen.pdf (10.12.2021)
Pharmazeutische Zeitung (Ausgabe 26/2015): Ressourcen nutzen, Resilienz erwerben, https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-262015/ressourcen-nutzen-resilienz-erwerben/ (9.12.2021)
Öffentliches Gesundheitsportal Österreich (2021): Welche Ressourcen und Schutzfaktoren für die Psyche gibt es?, https://www.gesundheit.gv.at/leben/psyche-seele/praevention/ressourcen-und-risikofaktoren (9.12.2021)
Smarticular (2021): Plastik vermeiden im Alltag: 66 Tipps, https://www.smarticular.net/plastik-vermeiden-reduzieren-alternativen-im-alltag-haushalt/ (10.12.2021)
Umweltbundesamt (2021): Ressourcenschonung in der Umweltpolitik, https://www.umweltbundesamt.de/themen/abfall-ressourcen/ressourcenschonung-in-der-umweltpolitik (9.12.2021)
WWF (2021): Ressourcenschutz – Aktiv werden: https://www.wwf.de/aktiv-werden/tipps-fuer-den-alltag (9.12.2021)